Deutsche Vereinsmeisterschaft mit der VSG – U14w-Mädchenmannschaft holt 4. Platz!

Vom 23. bis 27.6.2021 wurden die Deutschen Vereinsmeisterschaften aus dem Jahr 2020 für die Altersklassen U14(w) bis U20(w) in Willingen unter Coronabedingungen nachgeholt. Unser Mädchenteam in der U14w war wie schon in den Vorjahren am Start. Tests, Masken und ein Betretungsverbot des Spielsaales für Trainer und Betreuer waren die völlig akzeptablen Nebenbedingungen für dieses Großereignis mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Für alle Daheimgebliebenen, die mitfiebern und Daumen drücken wollten, gab es die folgenden Infosseiten und Liveübertragungsmöglichkeiten (auch im Nachhinein zum Nachverfolgen empfehlenswert):

Turnierseite der DSJ (dort ist auch ein Link zur Liveübertragung der Partien der einzelnen Runden)

Liveübertragung auch chess24.de (Runde und Team dort bitte auswählen)

Kommentierte Übertragung aller Altersklasse auf Twitch-TV

Einige der hier gezeigten Bilder, insbesondere die aus dem Spielsaal, wurden von der DSJ gemacht. Herzlichen Dank dafür! Ebenfalls ein großer Dank gilt unserem Trainer Robert und den mitgereisten Eltern, die die so erfolgreiche Teilnahme ermöglicht haben.

Abschlusstag (27.6.2021): Platz 4 in Deutschland!

Die Ausgangslage vor der letzten Runde hätte nicht enger und spannender sein können. Mit einem Sieg gegen die Kölner Vertretung der SG Porz wäre ein Platz in den Top 3 in Deutschland bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften sicher! Eine Remis würde vermutlich zu Platz 4 oer 5 reichen. Eine Niederlage würde bei dem engen Verfolgerfeld zu einem Abrutschen führen. Alle vier Mädchen hatten daher den Samstag Abend noch für eine intensive Vorbereitung genutzt. Aufgrund der späten Aulosung zog sich das bis halb zwölf.

Zuversichtlich auf dem Weg in den Spielsaal

Pünktlich um 08:30 Uhr saßen alle an den Brettern und das “Finale” nahm seinen Lauf. Erwartungsgemäß ging Porz nach einer guten Stunde mit 0:1 in Führung. Doch an allen anderen drei Brettern entwickelten sich vorteilhafte (Brett 1 und 2) oder ausgeglichene Stellungen (Brett 3). Majas Vorteil an Brett 2 materialisierte sich vergleichsweise schnell, so dass sie nach gut 2 Stunden zum 1:1 ausgleichen konnte. Unser erstes Brett hatte sich einen Mehrspringer erspielt und stand objektiv betrachtet klar auf Sieg. Dafür geriet unser drittes Brett ins Hintertreffen. Eine übersehene Taktik bedeutete umgekehrt eine klare Verluststellung. Doch Zeitnot und eine extrem hohe Nervosität führten dazu, dass die Porzer Spielerin sich sichtbar unwohl fühlte und keinen richtigen Gewinnplan entwickeln konnte. Wurde ihr eigenes Remisangebot von der Mannschaftsführerin noch so gerade verhindert, nahm sie wenig später ein Remisangebot unserer Spielerin an. Es stand nun 1,5:1,5 bei klarem Vorteil für uns am letzten spielenden Brett. Aufgrund der anderen Spielergebnisse war jetzt auch klar, ein Sieg gegen Porz würde die Deutsche Vizemeisterschaft bedeuten!

Karla bei ihrem ersten großen Turnier überhaupt!
Zuversicht bei Laura
Konzentration bei Maja
Volle Aufmerksamkeit bei Rosalie

Doch auch die Spielerinnen am ersten Brett, Rosalie und Linda, waren ob des großen Druckes extrem nervös. Statt ihren Figurenvorteil konsequent zu verwerten, verlor Rosalie viele Tempi mit der Abwehr nicht wirklich gefährlicher Drohungen. Wie so oft in solchen Stellungen kann eine Partie dann noch komplett kippen. Das passierte im Prinzip auch, aber nun war Linda zu nervös, um die Partie zu entscheiden. Am Ende einigten sich beide als das Brett dann fast geräumt war auf ein Remis. Für Porz bedeutete dies die Vizemeisterschaft, zu der wir herzlich gratulieren. Unsere Offenbacher Mädchen belegten den tollen 4. Platz in diesem starken Feld. Auch wenn unsere vier und Trainer Robert zunächst ein wenig enttäuscht über die so knapp verpasste Vizemeisterschaft waren, überwog dann schnell die Freude über das sehr gute Abschneiden. Sommerrodelbahn und Eis zur Belohnung für das große Turnier nach der langen Pause trugen dann weiter zu der guten Stimmung bei.

Warten auf die Siegerehrung

Den neuen Deutschen Meisterinnen des Karlsruher SK gratulieren wir ebenfalls herzlich! Bei der DSJ bedanken wir uns für die Durchführung und großartige Orga der fünf Tage. Wenn es überhaupt etwas zu verbessern gibt, dann nur an der Liveübertragung, die einige Male aussetzte. Die VSG 1880 Offenbach freut sich jedenfalls auf die kommenden Turniere und die U12-DVM im August in Magdeburg.

Denkbar knapp verpasst.

Tag 3 (26.6.21): Wieder im Rennen!

Der Hamburger SK war der Gegner in der heutigen Morgenrunde. Sollte sich unser Team von dem psychologischen Tiefschlag des Vortages erholt haben? Zunächst sah es ganz danach auch. Wir schon am Freitag stand es um 11 Uhr an drei Brettern richtig gut. Da schien was zu gehen. Als Maja dann sehr souverän zum 1:1 punktete und Rosalie eine zwar nicht entscheidende, aber bessere Stellung erreichte, keimte Hoffnung im Trainerherz auf. Doch dann nahm Rosalie ohne Not ein Remisangebot an, 1,5:1,5 lautete der Spielstand und nun sollte es einmal mehr am verblieben Brett von Laura hängen, ob Sieg oder Niederlage herausspringen sollte. Und diese Partie war alles, nur kein Spiel für schwache Nerven. Aber dafür war es eine Partie, die Anschauungsmaterial dafür liefert, dass diejenige verliert, die zurückzieht. Aber so einfach war es auch nicht. Als erstes zog Laura zurück. Es drohte ein Freibauer von schwarz auf der A-Linie durchzugehen, begleitet von einem Turm. Wirklich zu verteidigen war das nicht. Laura hätte also nach vorne spielen müssen, um eigene Chancen zu generieren. Stattdessen zeichnete sich mehr und mehr eine Niederlage ab. Doch dann kam der Moment, wo Lauras Gegnerin Zweifel bekam und statt ihren Plan umzusetzen ihren Turm zurückzog. Und schon hatte Laura Gegenspiel. Nach ziemlich genau 5 Stunden, weiteren Irrungen und Wirrungen auf beiden Seiten, gelang Laura dann noch das lange für unmöglich gehaltene, sie gewann und erhöhte auf 2,5:1,5 für unsere Offenbacher Mädchen. Das Feld ist so eng und ausgeglichen, dass Platz 1 und 8 nur 2 Mannschaftspunkte trennen. Es ist also in beide Richtungen wieder beides möglich.

Unsere VSG-Delegation

In der Nachmittagsrunde lautet der Gegner Weiße Dame Berlin, 3. der Setzliste, also leichter Favorit gegen unsere VSG als Vierter der Setzliste. Beflügelt durch den Sieg in der Vormittagsrunde stürzten sich die Mädchen in die Vorbereitung. Und der Motivationsschub setzte sich an den Brettern fort. Zwar endete Karlas Partie nach gut einer Stunde mit einer erwartbaren Niederlage, aber dafür starteten die drei anderen Mädchen umso besser in die Runde. Rosalie kam mit einem klaren Vorteil aus der Eröffnung und konnte diesen zunächst halten. Maja kam zwar mal zwischendurch etwas unter Druck, konnte sich aber wieder elegant befreien. Laura spielte eine grundsolide Partie, bei der nie eine Verluststellung drohte. Am Ende wickelte sie in ein leistungsgerechtes Remis ab, 0,5:1,5 der Zwischenstand. Kurze Zeit später glich Maja zum 1,5:1,5 aus. Jetzt waren alle Augen auf Rosalie gerichtet, die ihren Eröffnungsvorteil inzwischen in eine volle Mehrfigur gewandelt hatte. Ihre Gegnerin, immerhin schon Deutsche Jugendmeisterin und Deutschlandkaderspielerin, warf nochmal alles nach vorne, was sie hatte. Letztendlich vergeblich. Rosalie blieb cool und brachte ihren Vorteil ins Ziel, 2,5:1,5 für die VSG!

So unglücklich und erfolglos der gestrige Tag war, so erfolgreich war der heutige Samstag. Mit nun 8 Mannschaftspunkten geht das Team von Tabellenrang 3 in die Schlussrunde! Wir drücken alle Daumen, dass dieser Pokalrang in der letzten Runde am Sonntag Vormittag gehalten werden kann.

Tag 2 (25.6.2021): Tag der Wahrheit

Schon früh am morgen ging man um 08:30 Uhr als Tabellenführer in die Partie gegen die Setzlistenersten des Karlsruher SF 1853, ein echtes Spitzenspiel! Zunächst überraschten uns die Karlsruher damit, dass Hannah Schulz nicht im Team war. Nominell nach den alten DWZ-Werten hatten wir sie erwartet. Aber egal, man kann auch ohne Vorbereitung auf einen Gegner Schach spielen. Gegen 11 Uhr schien der Tag perfekt zu verlaufen. Zwar führte Karlsruhe 1:0, aber die verbliebenen drei Bretter wurden vom Computer mit deutlichen Vorteilen für unsere Offenbacher Mädchen angezeigt. Rosalie am ersten Brett, 1. Sollte wirklich ein Sieg gegen Karlsruhe gelingen? Leider begannen die beiden verbliebenen Partien in die Gegenrichtung zu kippen, eine sogar bis in den Verlust, die andere endete schließlich im Remis. Die Favoritinnen hatten sich nochmal knapp mit 2,5:1,5 zur Mittagspause durchsetzen können. Schade, dass war wirklich eng.

Nach dem obligatorischen Coronatest, zum Glück alle negativ, ging es dann zum Mittagessen und danach zur Vorbereitung der Nachmittagspartie gegen den SSV Altenberg. Nominell waren unsere Offenbacher Mädchen favorisiert, aber Altenberg wurde nicht unterschätzt. Karla begann bärenstark und es sah nach 20 Zügen nach einer toten Stellung und damit Remis aus. Doch leider ging ein Turm und damit die Partie verloren. Maja spielte souverän auf und egalisierte zum 1:1. Jetzt lag einmal mehr der Druck auf Laura und Rosalie, noch mindestens 1,5 Punkte zu holen. Nach den langen Partien des Vormittages und des Vortages war das heute allerdings wohl etwas zu viel Druck. Laura geriet auf die Verliererbahn, so dass Rosalie in einer ausgeglichenen Stellung, unbedingt auf Gewinn spielen musste, um noch ein Mannschaftsremis zu retten. Leider gelang das nicht, die Gegnerin erspielte sich zwei Mehrbauern und brachte den Sieg sicher ins Ziel. 1:3 lautete somit das Endergebnis. Tabellenführung und Pokalträume haben sich damit erstmal aufgelöst. Aber wer weiß, vielleicht läuft es morgen gut ausgeschlafen auch wieder andersherum.

Tag 1 (24.6.2021): Tabellenführung!

In der ersten Partie des Tages um 08:30 Uhr ging es gegen die SG Königskinder Hohentübingen. Die ambitionierte Mannschaft hatte wie die VSG zwei Spielerin in den Reihen, die bei den letzten Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften mit am Start waren. Es sollte also spannend werden. Zunächst einmal wuchs Karla über sich hinaus. 23 saubere Züge aus der Eröffnung sind eine ganz runde Leistung! Dass es am Ende nicht für den Brettpunkt reichte, geschenkt. Für diese sorgten dann aber nach einigen Irrungen und Wirrungen inklusive (unfreiwilligen) Damenopfer im Laufe des Vormittages Laura, Maja und Rosalie, so dass es mit einem 3:1 und bester Laune zum Mittagessen ging.

Um 15:30 Uhr folgte dann die zweite Runde gegen den SC Garching 1980 e.V., immerhin die Nr. 7 der Setzliste. Karla kam nicht so gut ins Spiel wie in der ersten Runde. Das gelang dafür Maja umso besser. Selten kommt in einem Turnier die Vorbereitung so schön aufs Brett. Nach einer Stunde stand es somit 1:1. Nichts für schwache Nerven waren die verbliebenen Partien von Laura und Rosalie, zum es keine Liveübertragung gab. Nach gut 4 Stunden kam dann Laura strahlend aus dem Spielsaal, 2:1 für die VSG! Rosalie hatte den Weg zum Sieg übersehen und musste somit in die Verlängerung. Nach gut 5 Stunden und etlichen Versuchen, die verbliebene Remisstellung doch noch zu gewinnen, blieb es beim gerechten Remis und damit einem 2,5:1,5 Sieg in diesem engen Match. Belohnt wurde diese tolle Leistung am Auftakttag mit der Tabellenführung:

Die Schachfreunde aus Essen-Werden auf Platz 18 wurden unabsichtlich abgeschnitten.

Bitte Daumen drücken, dass die Mannschaft sich weiter da oben halten kann!

Anreise (23.6.2021):

Rund 500 Schachspielerinnen und Schachspieler werden die beiden großen Sporthallen des Sauerlandstern-Hotels in Willingen füllen. Kontrolle der Cotonatests, Abgabe der Mannschaftsaufstellungen, Eröffnungsveranstaltung und Betreuertreffen sowie natürlich die Erkundung des Hotels rundeten diesen Anreisetag ab. Zum Abschluss gab es noch das Remis zwischen Deutschland und Portugal bei der Fußball-EM zu sehen, bevor dann alle ins Bett sanken.

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