{"id":12450,"date":"2024-04-10T00:14:39","date_gmt":"2024-04-09T22:14:39","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.vsg-1880-offenbach.de\/?p=12450"},"modified":"2024-04-10T00:22:36","modified_gmt":"2024-04-09T22:22:36","slug":"bemerkungen-zu-katalanisch-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.vsg-1880-offenbach.de\/?p=12450","title":{"rendered":"Bemerkungen zu Katalanisch 1"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Ich will mich weiter mit der Erstellung eines Er\u00f6ffnungsrepertoires mit Hilfe von ChessBase besch\u00e4ftigen. Das beginnt immer mit der Frage, welche Er\u00f6ffnungen ich denn \u00fcberhaupt spielen m\u00f6chte. Ich kann mich an den &#8222;\u00dcbersichten&#8220; im Brettfenster von ChessBase orientieren, wo ich ja z.B. die Wahl zwischen &#8222;Positionell&#8220;, &#8222;Angriff&#8220; usw. habe, oder ich kenne schon einige Er\u00f6ffnungen und will das jetzt erweitern\/pr\u00e4zisieren, oder ich orientiere mich an einem der vielen Kurse oder B\u00fccher, die man kaufen kann. Ich habe hier einmal das Buch &#8222;Strategic Play with 1.d4&#8220; von Milos Pavlovic gew\u00e4hlt. Von einem Buch erhoffe ich mir gewisse Erkl\u00e4rungen zu den Z\u00fcgen, die Wahrheit kennt aber nat\u00fcrlich nur der Computer.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir beginnen mit der Stellung nach 1.d4 Sf6 2.Sf3 d5 3.g3 e6 4.Lg2 c5 5.0-0 Sc6 6.c4<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-134\" src=\"https:\/\/wptest4.ernsth.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Kat1.png\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir k\u00f6nnen jetzt stockfish nach dem besten Zug fragen, diesen abspeichern und das dann auswendig lernen. Das finde ich aus 2 Gr\u00fcnden unbefriedigend<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<ol class=\"wp-block-list\">\r\n<li>es ist langweilig<\/li>\r\n\r\n\r\n\r\n<li>wenn man das Kandidatenturnier verfolgt, kann man sehen, dass Spitzenspieler diese Bewertungen schon nicht mehr zu ernst nehmen. \u00dcberraschung ist wichtiger als objektiver Wert. Schon Robert H\u00fcbner hatte festgestellt, dass eine Bewertung wie &#8222;Wei\u00df steht besser&#8220; eigentlich unsinnig ist. Schach ist ein endliches Spiel, d.h. f\u00fcr jede Stellung gibt es nur drei m\u00f6gliche Bewertungen, &#8222;Wei\u00df gewinnt&#8220;, &#8222;Schwarz gewinnt&#8220; und &#8222;remis&#8220;. In seinem Buch &#8222;One Jump Ahead&#8220; (1997) beschreibt J. Schaeffer seine Erfahrungen mit seinem Dameprogramm Chinook, das schlie\u00dflich den damaligen Weltmeister besiegte. Da das Programm &#8222;wusste&#8220;, dass alle Z\u00fcge remis machen, war es schwer, ihm &#8222;gute&#8220; Z\u00fcge beizubringen. Im Schach sind wir noch nicht so weit. Doch viele Spitzenspieler klagen jetzt schon, dass ihr Programm als Bewertung nur noch 0.0 anzeigt.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mein Ehrgeiz ist es, zu obiger Stellung mehr sagen zu k\u00f6nnen, als nur 0.28 (Wobei der Computer auch noch st\u00e4ndig seine Meinung \u00e4ndert.).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Als erstes stelle ich fest, dass diese Stellung in \u00e4lteren B\u00fcchern kaum vorkommt. Nehmen wir z.B. &#8222;Katalanisch 1 und 2&#8220; von Neistadt. Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.g3<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-135\" src=\"https:\/\/wptest4.ernsth.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Kat2.png\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>betrachtet er nur die Z\u00fcge 4.-xc4 und 4.-Le7. So kommt man nie zu unserer Stellung. Pavlovic stellt den Zug c4 zur\u00fcck um die Komplikationen nach 4.-xc4 zu vermeiden. Schlie\u00dflich suchen wir ein &#8222;Strategic Play&#8220;.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nat\u00fcrlich kann in unsere Stellung 6.-Le7 7.xd5 xd5 8.Sc3 0-0 folgen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-136\" src=\"https:\/\/wptest4.ernsth.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tarrasch.png\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>und wir sind in der Hauptvariante der Tarraschverteidigung gelandet. Da gibt es jetzt fast 20000 Partien in der Datenbank und unendlich viel Literatur.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das Zur\u00fcckstellen von c4 muss aber doch auch einen Nachteil haben.(Es gibt nichts umsonst.) Bei unserer Zugfolge hat Schwarz im 5. Zug die M\u00f6glichkeit 5.-xd4 6.Sxd4 e5<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-137\" src=\"https:\/\/wptest4.ernsth.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Kat3.png\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>und die schwarze Stellung hat sich von 0.28 auf 0.22 verbessert. (Je nach engine und Bedenkzeit gibt es auch andere Werte).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Bei fr\u00fchem c4 kann man c5 immer mit xd5 beantworten, und man vermeidet so diese M\u00f6glichkeit von Schwarz.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Kommen wir jetzt zu den M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schwarz: <strong>6. &#8211; xc4<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-143\" src=\"https:\/\/wptest4.ernsth.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Kat4.png\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Pl\u00f6tzlich haben wir eine Stellung erreicht, zu der es mehrere tausend Partien gibt und die in der Literatur ausf\u00fchrlich behandelt wird. Sie entsteht in der Regel \u00fcber 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.g3 xc4 5.Lg2 c5 6.0-0 Sc6.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir haben jetzt die Wahl zwischen<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>7.Da4<\/strong> so haben schon Reti und Tartakower gespielt, aber auch Carlsen, Caruana und Ding Liren. Avrukh hat das einst empfohlen. (Erinnert sich noch jemand an Boris Avrukh? Sein &#8222;Grandmaster Repertoire&#8220; war 2008 der Renner.)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>7.Se5<\/strong> Das empfiehlt Christof Sielecki in seinem &#8222;Keep it Simple 1.d4&#8220;. Schwarz kann danach leichter Fehler machen. Z.B. sei Sxe5 hier schon ein Fehler. In Taimanows Buch aus dem Sportverlag (1970) war das noch die Hauptvariante.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>7.xc5 <\/strong>Empfehlung von stockfish und Pavlovic. F\u00fchrt zu einem leicht besseren Endspiel f\u00fcr Wei\u00df, das schon h\u00e4ufig ge\u00fcbt wurde. Rakhmanov (Secrets of Opening Preparation) berichtet von einer Neuerung in diesem Endspiel, die sein Freund Sjugirov vorbereitet hatte. W\u00e4hrend der Partie hat der dann aber die Z\u00fcge verwechselt. Sp\u00e4ter hat Giri damit gegen So gewonnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>7.Sa3<\/strong> Seltener gespielt, aber immerhin schon dreimal von Magnus Carlsen!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der zweite wichtige Zug f\u00fcr Schwarz ist <strong>6. &#8211; Le7<\/strong>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wie oben gezeigt, kann man jetzt in die Tarraschverteidigung wechseln. Wir werden aber<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>7.xc5 Lxc5 8.a3<\/strong> behandeln.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Fortsetzung folgt.<\/em><\/p>\r\n<p>Views: 104<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich will mich weiter mit der Erstellung eines Er\u00f6ffnungsrepertoires mit Hilfe von ChessBase besch\u00e4ftigen. Das beginnt immer mit der Frage, welche Er\u00f6ffnungen ich denn \u00fcberhaupt spielen m\u00f6chte. 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