U20-Jugend gewinnt Mitteldeutsche Vereinsmeisterschaft – U14 hilft tatkräftig mit

Am Wochenende 4. bis 6. September 2026 fanden in der Jugendherberge Pirmasens die Mitteldeutschen Vereinsmeisterschaften der vier Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen statt. Die VSG 1880 Offenbach war hierfür mit dem Hessischen Meisterteam in der U20 und dem Hessischen Vizemeisterteam in der U14 qualifiziert. Beide Mannschaften machten sich Hoffnungen auf Platzierungen ganz weit vorne. Doch bevor es losging, gab es gleich zwei Schocks in Form von Krankmeldungen der Bretter zwei und drei in der U20 ganz kurz vor der Abfahrt nach Pirmasens. Da auch keine Zeit mehr für Nachnomminierungen war, musste eine bittere Entscheidung getroffen werden, eines der beiden Teams mit dem Handicap eines freien Brettes antreten zu lassen, was natürlich die Chancen auf vordere Plätze zunichte machen sollte. Die Wahl fiel auf das Hochziehen von Sepas aus der U14-Mannschaft in die sechsköpfige U20-Mannschaft. Lieber versuchen, sechs Kinder und Jugendliche zur Deutschen Vereinsmeisterschaft zu qualifizieren als vier, da in der U20 Sechserteams und in der U14 Viererteams gegeneinander antreten. Hinzu kam auch, dass sich nach dem Gewinn der Hessischen U20 Mannschaft ohnehin zwei Kinder dafür ausgesprochen hatten, es dieses Jahr mit der U20 versuchen zu wollen.

Nach der Ankunft in Pirmasens und dem Beziehen der Zimmer wurde noch ein letzter Versuch unternommen, das vakante Brett spontan innerhalb von eineinhalb Stunden zwischen parallelem Abendessen, Mannschaftleiterbesprechung und Vorbereitung zu besetzen. Die Turnierleitung hatte hierfür eine Frist bis 19 Uhr gesetzt. Per WhatsApp und Telefonliste wurden spontan angefragt, ob eine Familie noch Lust hätte, nach Pirmasens nachzureisen. Prithviks Familie war nach kurzer Bedenkzeit begeistert und konnte für den Sonntag zusagen. Für Freitag und Samstag fand sich allerdings niemand mehr, so dass die U14 stark gehandicapt ins Turnier startete. Aber auch die U20 war natürlich nicht in Bestbesetzung. Sollte das gutgehen?

Die U14 startete mit einem 1:3 gegen viertgesetzte Kreuznacher, was grob den Spielstärkeverhältnissen entsprach. Die U20 gewann zwar 4,5:1,5 gegen Hofheim, ließ aber an den ersten drei Brettern unnötige halbe Punkte liegen, was am Sonntag noch für viel Spannung sorgen sollte. Am Samstag zeigte auch die U14, dass sie kämpfen kann. Gegen Bad Dürkheim-Wachenheim gelang ihr aufgrund der dezimierten Spielerzahl ein zwar knappes, aber dennoch sehr souveränes 2,5:1,5. In der U20 wurde gegen Kassel erneut 4,5:1,5 gewonnen. Die Duelle gegen Kassel sind immer besonders spannend, da der Kasseler Trainer unsere Spieler durch zahlreiche Kadernominierungen in und auswendig kennt. Diesmal war das offensichtlich kein Vorteil.

In der Nachmittagsrunde schien die U14 gegen Jena über sich hinauszuwachsen. Otto hatte vergleichsweise schnell einen vollen Punkt geholt, und auch Kyriakos und Aras schienen auf Gewinn zu stehen. Doch wie das im Schach so ist, leider kippten beide Partien im Endspiel noch in die Gegenrichtung, so dass eine 1:3 Niederlage verblieb. In der U20 kam es derweil zu einem ersten Endspiel. Gegner Landau hatte bisher alle Partien gewonnen und schien gewillt, den Titel zu holen. Und es sollte ein sehr langer Nachmittag werden. Offenbach musste sich an zwei Brettern geschlagen geben, Lennart und Sophie konnten halbe Punkte holen, so dass die Mannschaft 1:3 zurücklag. Dominik konnte noch auf 2:3 verkürzen, so dass nun alle Last auf Florin lag, gewinnen zu müssen. Und das in einer nicht guten Stellung mit nur noch 30 Sekunden Restbedekzeit auf der Uhr. Zum Glück gab es ja für jeden Zug einen erneuten 30 Sekundenzuschlag. Mit einem Qualitätsopfer Turm gegen Springer zockte Florin auf Vorteil. In den 30 Sekunden konnte das unmöglich ganz durchgerechnet werden. Psychologisch war es allerdings ein Wirkungstreffer, auch wenn die spätere Analyse schachlich den Zug nicht gut bewertete. Der Gegner versteifte sich auf den vergeblichen Versuch, den freien H-Bauer Richtung Umwandlungsfeld zu ziehen, während Florin im Zentrum eine gefährliche Bauern-Dreiergruppe unter Turmdeckung Richtung Damenumwandlung schob. Als der Gegner von seinem H-Bauern ablies war es aber schon zu spät, jetzt war Florins Damenumwandlung nicht mehr zu verhindern, was folgelogisch den Punkt und den 3:3 Ausgleich mit sich brachte. Die VSG-U20 sollte somit weiter im Titelrennen dabei bleiben.

Unsere U20-Mannschaft vor Rundebeginn

Abends reiste dann Prithvik mit Vater an, um die U14 am Sonntag zu komplettieren. Auch Sarah meldete sich genesen und kündigte an, Sonntag rechtzeitig vor Spielbeginn vor Ort zu sein. Der Stimmung in beiden Mannschaften war das sehr zuträglich. In der U14 bekam die VSG Erfurt als Gegner zugelost, auf dem Papier mit Vorteilen für Erfurt. Und so kam es dann leider auch beim Endstand mit 1:3. Die U20 kam derweil zu ihrem Standardergebnis 4,5:1,5 zurück. Gegner war diesmal Ingelheim, die rein nominell hätten mit um die Pokale spielen müssen, aber wohl ein Wochenende unter ihren Möglichkeiten blieben. Landau konnte im Parallelmatch gegen bis dahin verlustpunktfreie Erfurter Dank einer abgelaufenen Uhr 3,5:2,5 gewinnen, so dass sich vor der letzten Runde folgende Situation ergab: Landau führte die Tabelle mit 7 Punkten und 16,5 Brettpunkten aufgrund der besseren Drittwertung vor unseren ansonsten völlig punktgleichen Offenbachern an. Mit 6 Punkten konnte sich Erfurt für die 5. Runde im Falle eines Sieges gegen unsere Offenbacher aber auch noch Hoffnung auf Titel oder Vizemeisterschaft samt Qualifikation für die Deutsche Vereinsmeisterschaft machen. Landau hatte es in der Schlussrunde mit vermeidlich „leichteren“ Kasselern zu tun.

Am Sonntag war die U14-Mannschaft wieder zu viert

Und so sollte auch die letzte Runde am Sonntag Nachmittag eine spannende werden. Unsere U14 zeigte gegen Riegelsberg nochmal, was eigentlich in ihr steckte. Ein souveränes und nie gefährdetes 3:1 sorgte für versöhnliche Abschlussstimmung, auch wenn in Bestbesetzung mehr als der 7. Platz mit 4:6 Punkten drin gewesen wäre. Die U20 Mannschaft kam mit dem Druck, in der Schlussrunde im Fernduell mit Landau um den Meisterschaftssieg möglichst hoch gewinnen zu müssen gut klar. Schnell wurden an mehreren Brettern vorteilhafte Stellungen erreicht. Landau tat sich gegen Kassel unerwartet schwer und musste als erster den ein oder anderen Punkt lassen. Und man konnte es wirklich nicht vorhersehen, aber Dominik, Sarah, Florin, Lennart und Sepas gelangen volle Punkte. Rosalie machte mit einem Remis den Deckel auf den deutlichen 5,5:0,5 Sieg. Zu dem Zeitpunkt hatte Landau schon 1,5 Punkte abgegeben, so dass Meisterschaft und Qualifikation zur Deutschen Vereinsmeisterschaft sicher waren. Was für ein Erfolg! Landau verlor dann tatsächlich noch 2,5:3,5 gegen Kassel, behielt aber den zweiten Tabellenplatz und darf als Mitteldeutscher Vizemeister ebenfalls nach Heidelberg zur DVM. Erfurt blieb aufgrund des direkten Vergleiches gegen Kassel Dritter, was bei der Siegerehrung auch noch mit einem Pokal belohnt wurde.

Dominik, Rosalie, Sarah, Florin, Lennart, Sophie und Sepas freuten sich dann gemeinsam mit Kyriakos, Aras, Otto und Prithvik, dass es trotz der Krankmeldungen am Freitag zu einem Titel gelangt hatte. Ohne das Opfer der U14 hätte es nicht gelangt. Nach der Rückkehr feierte ein Teil der U20 den Titel dann noch im Offenbacher Kabuki bevor vermutlich alle sehr, sehr müde ins Bett fielen. Das war keine Meisterschaft für schwache Nerven gewesen.

Ein großes Dankeschön gilt allen Eltern, die durch Busspende, Nachreisen, Spielervorbereitung, Anfeuern und viel Verständnis für die spontane Teamumstellungen geholfen haben, den doch unerwartet stressigen Turnierstart auszugeleichen. Ebenfalls bedanken wir uns ganz herzlich bei den Turnierorganisatoren, die einmal mehr die Jugendherberge in Pirmasens zu einem perfekten Spielort gemacht und für einen reibungslosen und stets fairen Meisterschaftsverlauf gesorgt hatten. Alle Ergebnisse und Tabellen können hier abgerufen werden.

Übrigens waren so viele Spielerinnen und Spieler der beiden ersten Erwachsenenteams in den Hessischen Ligen dabei, dass die Ligapaarungen auf den 1.11. verschoben wurden. Und auch das Ligaorakel war während der Meisterschaft für Prognosen nutzbar.

 

 

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