U14w-Mannschaft verpasst im Herzschlagfinale knapp einen Medaillenrang bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft

Platz 7 ist ein toller Erfolg!

Der Schreck war groß im Vorfeld der Anreise zur U14w-DVM als klar war, dass am vierten Brett krankheitsbedingt noch gewechselt werden musste. Josi hatte alle Qualifikationsspiele bei den gewonnenen Hessischen- und Mitteldeutschen Meisterschaften mitgemacht und musste nun passen. Malak erklärte sich zum Glück mutig mit dem Sprung ins kalte Wasser einverstanden und machte sich mit Rosalie, Maja und Laura sowie in Begleitung von Jugendleiter Udo Lanz und Lauras Mutter Lizette am zweiten Weihnachtstag auf den langen Weg nach Neumünster. Dort spielten die 17 besten U14-Mädchenteams Deutschlands ihre neuen Deutschen Vereinsmeister aus. Und unsere VSG-Mädchen machten es großartig. Mit 7:7 Punkten kamen sie mit Platz 7 in Deutschlands Top 10! Niederlagen gab es nur gegen die neuen, verdienten Deutschen Meisterinnen aus Halle, sowie knapp gegen die neuen Vizemeisterinnen aus Leipzig sowie etwas unglücklich gegen Köln-Porz, die am Ende vierte wurden. Diesen Teams gratulieren wir ganz herzlich zu ihren Erfolgen!

Stolz sind wir aber auf Rosalie, Maja, Laura und Malak sowie Trainer Udo, die trotz der kurzfristig geänderten DVM-Ziele immer gekämpft und auch ganz toll gepunktet hatten! In allen sieben Runden haben sie an einem der ersten vier Livebretter gespielt und hatten in der letzten Runde sogar noch die Chance auf eine Top 5 Platzierung! Und mit ein ganz klein wenig mehr Spielglück wäre dies auch gelungen. Die Pizza am Abschlusstag nach der Rückkehr in Offenbach ist auf alle Fälle verdient! Und wer weiß, 2020 dürfen alle vier Mädchen nochmal antreten.

Alle Partien, Ergebnisse und Tabellen gibt es hier.

Der Turnierverlauf aus Offenbacher Sicht in umgekehrt chronologischer Reihenfolge der Turniertage anbei nochmal zum nachlesen:

30.12.2019:

Wer hätte das gedacht, mit dem gestrigen 3:1 gegen Lübeck schob sich die VSG auf Rang 7 in der Tabelle! Sollte am heutigen Abschlusstag ein Sieg gegen die zweitgesetzte Schachgemeinschaft Leipzig gelingen, wäre sogar noch der Sprung in die Pokalränge möglich gewesen. Und die Mädels gingen kämpferisch und gut vorbereitet in die Partie. Malak hätte als erste gegen die deutlich DWZ-stärkere Gegnerin die Weichen auf Sieg stellen können. In Zug 15 gab es die Möglichkeit. Findet Ihr den richtigen Zug in unserem heutigen Tagesrätsel? Die Auflösung gibt es wie immer unten:

Leider ging die Partie später im Bauernendspiel, nachdem alle Figuren abgetauscht waren, dann doch noch verloren. Malak hatte aber toll gekämpft und ihre Gegnerin am Rande einer Niederlage. Von quasi Null in eine Deutsche Meisterschaft geworfen zu werden, ist aller Ehre wert.

Jetzt waren die drei anderen Mädchen gefordert. Laura erspielte sich als erste eine bessere Stellung, der Computer zeigte +2 an. Rosalie stand leicht besser, während Maja um die Remisbandbreite kämpfen musste. Aber ein 2:2 erschien nach gut 2,5 Stunden im Bereich des möglichen. Aber Schach wäre nicht Schach, wenn sich die Spiele nicht noch drehen könnten. Rosalies Partie verflachte in ein Endspiel ungleicher Läufer, eine klare Remisstellung, was auch beide Spielerinnen erkannten, 0,5:1,5 für Leipzig.

Laura konnte ihren Vorteil leider nicht halten und kam im weiteren Verlauf auf die Verliererstraße. Das hielt sie aber nicht davon ab, selbst in aussichtsloser Stellung nochmal eine Mattdrohung auszupacken. Die Gegnerin brauchte 4 Minuten, um diese zu erkennen. War das Pulver damit verschossen? Nein, Laura tauschte die Damen und drohte eine Bauernumwandlung an. Jetzt musste die Gegnerin schon gut 15 Minuten nachdenken, um das abzuwehren. In der Konsequenz bedeutete dies aber das 0,5:2,5 für Leipzig, die damit sicher neuer Deutscher Vizemeister wurden! Wir gratulieren herzlich! Laura muss sich aber nicht grämen, hat sie doch ein großartiges Turnier gespielt und mit 4,5 Punkten ganz erheblich zum Teamerfolg beigetragen.

Die längste Partie des Tages spielte diesmal Maja. Sollte da noch etwas für die Zweitwertung und damit die Tabelle gelingen? Maja kämpfte wie eine Löwin und wollte den Sieg erzwingen. Doch leider ging dies in einer spannenden, offenen und noch im 64. Zug auf Remis stehenden Partie schief. Das 0,5:3,5 war dann am Schluss auch egal, alle vier Mädchen hatten alles gegeben und mit etwas mehr Spielglück hätte das Ergebnis auch einen Punktgewinn für Offenbach ergeben können. Das war wirklich knapp, trotz des deutlichen Ergebnisses.

29.12.2019:

Gegen den SV Traktor Priestewitz ging es am frühen Sonntagmorgen in die 5. Runde. An drei Brettern waren unsere Offenbacherinnen Favoritinnen. Sollte das zum doppelten Punktgewinn reichen?

Große Konzentration gegen Traktor Priestewitz

Tatsächlich erspielte sich die VSG an drei Brettern an für sich spielentscheidende Vorteile, während Priestewitz das vierte Brett gewinnen konnte. Etwas zu gierig war unser zweites Brett, welches bei einer +9 Wertung ein einzügiges Matt übersah, so dass Priestewitz auf 2:0 erhöhen konnte. Laura hatte sich jedoch einen Turm Vorsprung erspielt und verwertete diesen Vorteil sicher zum 1:2. Erneut lag es nun an Rosalie in der längsten Partie der Begegnung, den Anschluss herzustellen. Rosalie hatte sich Vorteil erspielt, die Gegnerin wies bei einem Bauer weniger einen passiven Turm sowie drei Schwächen auf. Auf diese galt es zu spielen. Der Computer bewertete die Stellung mit + 4 bis 5 für Offenbach. Und das gelang gekonnt. Pünktlich zum Mittagessen glich Offenbach zum 2:2 und damit einem Mannschaftspunkt aus. Punktverlust oder -gewinn? Diese Frage wird die weitere Auslosung beantworten.

Nachmittagsgegner war der Lübecker SV von 1873:

Zuversichtliche Gesichter gegen den Lübecker SV

Nominell waren unsere Offenbacherinnen favorisiert, aber schon kurz nach den Eröffnungen war die Taktik der Lübeckerinnen klar. Die Bretter 1 und 3 spielten auf Abtausch in der Hoffnung auf eine Remisstellung, an den beiden anderen Brettern ging es jedoch kräftig zur Sache. Doch die Lübecker Taktik sollte nicht aufgehen. Laura machte das Abtauschspiel mit, da sie eine gewonnene Bauernstruktur auf dem Brett hatte, 1:0. Bei Rosalie war die Lage etwas komplexer, aber die aktiveren Figuren sorgten für eine reine Verteidigungsstellung der weißen Steine und nach gut 1,5 Stunden purzelte ein Bauer nach dem anderen. Das 2:0 war die logische Folge. Immer besser ins Spiel kommt Malak, die bei der DVM als quasi Anfängerin für eine erkrankte Mitspielerin ins kalte Wasser geworfen wurde. Zwar ging die Partie aufgrund übersehener Taktiken verloren, aber das sah schon ganz anders als am Anfang des Turnieres aus. Die längste und wildeste Partie des Tages spielte diesmal Maja. Meist lag sie vorne, aber die Partie stand auf des Messers Schneide, da wurde sich nichts geschenkt. Spielentscheidend für die VSG war dann eine schöne Taktik im 38. Zug. Wer findet diese? Die Auflösung wie immer ganz unten:

Mit dem 3:1 schiebt sich die VSG wieder in der Tabelle nach vorne und bekommt dadurch morgen sogar noch ein “Endspiel” um die Pokalplätze. Wir drücken die Daumen!

28.12.2019:

Ganz schwer wurde es am frühen Samstagmorgen für unsere vier Mädchen. Ganz vorne am ersten Tisch trafen sie auf die ebenfalls bisher ungeschlagenen Top-Favoritinnen auf den Titel vom USV-Halle. DWZ-seitig wäre alles andere als ein 0:4 eine Überraschung gewesen. Und genau diese wollten die Mädchen, wenn auch am Ende leider vergeblich. Immerhin drei Partien dauerten sehr lange bevor sich unsere Offenbacherinnen geschlagen geben mussten. Die längste Partie spielte diesmal Rosalie, die am Ende alles auf eine Karte setzte, damit dann aber die ausgeglichene Partie doch noch abgeben musste. Egal, gegen Halle werden auch noch andere Mannschaften ihre Punkte abgeben dürfen, verdient ist verdient.

Die Matches gegen Halle waren enger als das Endergebnis

Am Nachmittag trafen unsere VSGlerinnen dann auf die Kölner Mannschaft aus Porz. Mit drei DEM-Teilnehmerinnen, davon waren zwei auch schon unter den Top 5, war das Team ebenfalls stark besetzt. Im Idealfall sollte hier aber dennoch etwas gehen. Und es ging auch was. Maja konnte ihre Partie sicher nach Hause bringen, Laura erkämpfte sich in einem langen Match ein Remis, doch Malak und Rosalie mussten leider, nach teilweise erneut stundenlangem Kampf, die Punkte nach Köln abgeben. 1,5:2,5 lautete so der Endstand. Mit nun 4:4 Punkten liegen unsere VSGlerinnen damit zur Halbzeit im Mittelfeld.

Halle und Porz liegen nun auf den Tabellenplätzen eins und zwei. Da sind die Spielergebnisse wahrlich keine Schande.

Jetzt hieß es, den Kopf freikriegen. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt sollte hierbei helfen.

27.12.2019:

Am frühen Freitagmorgen ging es mit der 1. Runde los. Offenbach startete an Brett 4 an den Livebrettern gegen die Mannschaft der sympathischen Gastgeber vom TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt. Alle vier Mädchen begannen stark und erspielten sich Vorteile. Doch beim Schach gewinnt ja bekanntlich die Spielerin, die den vorletzten Fehler macht. Bei Malak war das nach starkem Beginn leider ihre Gegnerin, doch Maja zeigte im direkten Anschluss, wie man es umgekehrt macht und glich zum 1:1 aus. Rosalie verwertete in einer komplexen Stellung ebenfalls mit dem vorletzten Fehler zum 2:1 für Offenbach. Jetzt lag es an Laura, den fehlenden halben Punkt einzufahren. Und auch sie hielt sich an die vorgenannte Regel und konnte sich Dank des aktiven Turmes im Turmendspiel zum 3:1 durchsetzen! Die ersten 2 Mannschaftspunkte waren also gesichert.

Start zur 1. Runde

Um 14:30 Uhr ging es bereits mit der 2. Runde weiter. Gegner war Leipzig-Lindenau. Nominell waren die VSG-Mädchen deutlich favorisiert, aber dass muss im Schach nichts heißen.

Beginn der 2. Runde

Doch Laura setzte bereits nach wenigen Minuten Matt und gab so den drei anderen Mädchen ein sicheres Gefühl. Maja erhöhte eine halbe Stunde später auf 2:0, ein Punkt war somit schon mal sicher. Rosalie und Malak spielten vergleichsweise lange Partien. Rosalie baute sich Schritt für Schritt einen Vorteil auf und baute diesen bis zum Damengewinn aus, 3:0! Die längste Partie des Teams spielte diesmal Malak. Aus der Eröffnung heraus erspielte sie sich ebenfalls eine vorteilhafte Stellung und hätte im 23. Zug mit einem taktischen Turmgewinn die Weichen komplett auf Sieg stellen können. Findet Ihr im Diagramm den richtigen Zug?

Die Auflösung findet ihr ganz unten. Leider ging die Partie am Ende verloren, aber das zweite 3:1 des Tages war ein perfekter Auftakt bei der DVM. Zusammen mit drei anderen Mannschaften “übernachten” unsere Mädchen damit mit weißer Weste an der Tabellenspitze.

26.12.2019:

Jugendleiter Udo, Mama Lizette und unsere vier Mädchen verbrachten den 2. Weihnachtstag auf der Schiene mit der Deutschen Bahn. Als amtierende Hessen- und Mitteldeutsche Meisterinnen vertreten sie Hessen bei dieser Deutschen Meisterschaft. Alle vier Mädchen sind noch von der Altersgrenze ein gutes Stück entfernt, wollten aber in die Top 10 vorstoßen.

Gute Stimmung bei der Anreise

Wir drücken alle Daumen, dass dies gelingt! Wer mitfiebern möchte, alle Partien werden auf der Turnierseite und Chess24 live übertragen.

Auflösung der Schachaufgabe vom 27.12.:

Dxd5 wäre der richtige Zug gewesen. Zwar sieht das so aus, als ob die Dame verschenkt würde. Aber, wenn schwarz mit Lxd5 die Dame schlägt, zieht weiß Txe7 und gewinnt die Dame zurück. Weiß gewinnt in diesem Fall einen Turm.

Auflösung der Schachaufgabe vom 29.12.:

38. Dxd5 Dxd5 39. Se7+ Kg7 Sxd5 entscheidet die Partie für Maja! Also wie in der vorherigen Aufgabe ein Pseudodamenopfer.

Auflösung der Schachaufgabe vom 30.12.:

Te8 hätte den Springer gefesselt, der danach gefallen wäre. Damit hätte schwarz spielentscheidenden Vorteil bekommen.

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